Login form protected by Login LockDown.


Wir leben in sehr herausfordernden Zeiten. Corona ist seit knapp einem Jahr das vorherrschende Thema. Gefühlt mit einem Schlag hat sich unsere Realität komplett verändert. Wir müssen mit starken Einschränkungen umgehen, haben Ängste, die wir bisher nicht gekannt haben und erleben die Spaltung innerhalb der Gesellschaft hautnah mit. Hinzu kommt, dass es noch keine Aussicht auf ein Ende der Pandemie gibt. 

Diese Krankheit ist diffus und den Überblick über den gewaltigen Informationsfluss zu behalten ist praktisch unmöglich. In diesem Artikel möchte ich auf die praktischen Dinge eingehen, die wir tun können, damit wir gefühlt besser durch diese übergreifende Krise kommen.

In Bezug auf unsere Psyche bzw. unser Wohlbefinden haben sich für mich diese drei Hauptthemen herauskristallisiert

1. Die Lockdowns und Kontakteinschränkungen fordern uns.

Das menschliche Miteinander ist ein wichtiger Bestandteil unser aller Leben. Die Einschränkungen nehmen uns einen Teil unserer Freiheit und Möglichkeiten.

2. Ängste – gesundheitliche und wirtschaftliche – sind allgegenwärtig.

Viele Menschen haben Angst vor der Krankheit, gehören vielleicht sogar zur Risikogruppe. Viele fürchten sich vor den wirtschaftlichen Konsequenzen und haben Verlustängste. 

3. Corona spaltet.

Sehr vereinfacht ausgedrückt: Es stehen die Corona-Leugner gegenüber den Maßnahmen-Befürwortern. Auch die soziale Spaltung zwischen hohem/niedrigem Lebensstandard, zwischen alt und jung zeigt sich noch drastischer (siehe z.B diesen Spiegel Artikel). Dieses Thema ist zu groß, um es hier ausreichend zu fassen. Trotzdem möchte ich bewusstmachen, dass sich auch das auf unser Wohlbefinden und unsere Psyche auswirkt. Vor allem, weil wir lernen müssen damit umzugehen.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Jedes der Themen ist für sich gesehen sensibel und für unsere feinfühlige Psyche eine Belastung. Vor allem dann, wenn wir es als Belastung erleben. Es ist eine übergreifende Krise und in Krisen durchlaufen wir unterschiedliche Phasen: Schock, Reaktion, Bearbeitung, Neuorientierung. Gut ist es wenn wir von der Schock- und Reaktionsphase in die Bearbeitungsphase kommen. Das bedeutet, von einem zu Fliehen bzw. Nicht-Wahrhaben-Wollen hin zu einem Akzeptieren. Nämlich das Akzeptieren, dass sich die Welt in den letzten Monaten eben stark verändert hat.

Corona und die Kontakteinschränkungen

So stülpt sich diese Krankheit – Corona – über uns und stellt all die hart erkämpften Grundrechte – Reisefreiheit, Bewegungsfreiheit usw. auf den Kopf. Die Lockdown-Maßnahmen treffen unterschiedliche Lebensgestaltungen komplett unterschiedlich. Singles ringen vielleicht damit, jetzt viel schwieriger Menschen kennenzulernen oder weniger körperliche Nähe zu erfahren. Familien ist es mitunter vielleicht ein zu Viel an Nähe mit den Partnern und Kindern. Auf Grund der Kontaktreduktion, bleiben alle vielmehr in ihrem Kosmos und haben weniger persönlichen Kontakt mit anderen.

Jeder einzelne kann für sich selbst zuerst einmal anerkennen, dass es eine schwierige Zeit ist. In einem zweiten Schritt kann man sich bewusst machen, dass man selbst entscheiden kann, wie man damit umgeht.

Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.

Dalai Lama

Ich habe hier ein paar Tipps zusammengetragen:

  • Dinge, die man im Außen nicht ändern kann, annehmen. Natürlich geht das nur bis zu einem gewissen persönlichen Punkt. Wenn einem z.B. die gesetzten Maßnahmen der Regierung missfallen, kann man auch nach Wegen suchen, das klar zu zeigen. Trotzdem ist es so, dass ein ständiges inneres Revoltieren, gegen die Einschränkungen, die Zeit nicht leichter machen wird.
  • Das für dich Positive in der Situation erkennen. Was ist das Geschenk dieser Situation? Was kannst du dir mitnehmen, trotz all der Einschränkungen? Kannst du vielleicht erstmals in dich hineinhören, ohne den inneren Zwang dich im Außen zu erleben. Was kannst du tun (z.B. kreativ), das dir gut tut?
  • Dieser Tipp kommt sehr häufig: Den Tag strukturieren. Das ist bestimmt wichtig. Denn eine gesunde Routine wirkt sich positiv auf dein Wohlbefinden aus. Doch wenn es das erste Mal so ist, dass du deinen Tag nicht strukturieren musst, z.B. arbeiten kannst, wann du willst und das jeden Tag neu entscheidest und dich dabei gut fühlst, dann ist es auch ok, den Tag unstrukturiert anzugehen.
  • Weiterhin, aber eben auf eine andere Weise, mit den Menschen, die dir gut tun, in Kontakt bleiben. Damit man trotz physischer Distanz, immer noch in Verbindung bleibt.

Corona und die Angst

Man sollte sich bewusst machen, dass man selbst entscheiden kann, wieviel Raum man der Angst in seinem Leben gibt. Hier ein paar Tipps, die mir helfen mit meinen Ängsten umzugehen:

  • Die eigenen Gefühle anerkennen: Es ist ok, dass ich mich so fühle, wie ich mich fühle. Es ist ok, wenn ich Angst habe.
  • Die Pandemie wird vorüber gehen. Jede Herausforderung, die man zu meistern hatte, war irgendwann vorbei. Es hilft durchzuatmen und sich das klar zu machen.
  • Gehe bewusst mit deinem Medienkonsum um. Denn dieser kann das Problem noch größer erscheinen lassen, als es ist und die Ängste so verstärken. Suche nach verlässlichen Quellen, die die Angst nicht verstärken.

>>Sollten euch noch Tipps einfallen, hinterlasst sie gerne in den Kommentaren!<<

Wichtig: Wenn es dir nicht gut geht, suche therapeutische/psychologische Beratung auf oder wende dich an eine offizielle Hotline. Hier ein Link für Österreich

%d Bloggern gefällt das: