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Der österreichische Ökonom Josef Schumpeter hat von Schöpferischer Zerstörung (Creative Destruction) gesprochen, als er erklärt hat, dass sich im Wirtschaftssystem alles durch Innovation selbst zerstört. Er hat ausgedrückt, dass Zerstörung notwendig ist, um etwas Neues zu schaffen.

Zerstörung ist notwendig, damit etwas Neues entstehen kann.

Das gilt nicht nur für Produkte unseres Wirtschaftssystems, von denen immer wieder neue, verbesserte hervorgebracht werden. Sondern auch für alles, was wir als Menschen erschaffen – Lebensumstände, Beziehungen, Denkweisen. Wir bauen auf, verändern und zerstören. Es gibt einen Zirkel des Wandels, der in jedem Leben immer weiter fortschreitet. Die Quellen des Wandels sind divers – manches wird durch uns selbst angestoßen, manches durch äußere Begebenheiten.

Wenn wir uns diesem Fluss des Lebens entziehen, indem wir an Dingen festhalten oder uns dem Lernen verweigern, dann ist es möglich, Dinge für einige Zeit zu bewahren und zu sichern. Doch wird alles um uns leblos. Weil wir für das Neue keinen Platz schaffen. Alle Lebensenergie fließt in das Vergangene. Wir hemmen unsere eigene Entwicklung, jene Entwicklung, welche das Leben uns offenbaren möchte.

Stagnation ist der Anfang vom Ende!

Sokrates

Die Kraft der Zerstörung, oder positiv ausgedrückt – die Kraft der Erneuerungen, drängt uns voranzuschreiten. Das Haften an Vergangenem führt zur Stagnation, welche letztendlich zumeist wieder in einer Veränderung gipfelt. Meist in einer schmerzhafteren, als wenn wir uns von vornherein dem Fluss hingegeben hätten. So ist die Sicherheit nur eine Scheinbare. Sie macht nur vermeintlich glücklich, weil sie alles um uns leblos macht und den Wandel verleugnet, der eigentlich Teil des Flusses ist, der uns umgibt.

Every time you let go of something limiting, you create space for something better.

Stephen C. Paul

Wenn wir unser Selbst als stabiles Inneres erkennen, dann können wir uns ohne Angst in den Fluss des Lebens begeben, der immerzu alles um uns verändert. Dann erkennen wir auch die Schönheit der Veränderung. Weil sie uns neue Lebensphasen, neue Herausforderungen, neue Erkenntnisse bringt.

What you are the world is. And without your transformation, there can be no transformation of the world.

Jiddu Krishnamurti

Was sind die Voraussetzungen, damit man sich dem Flow des Lebens, der immer auch das Ende von allembeinhaltet, hingeben kann? Es geht darum, zu sich selbst ehrlich zu sein und waches Bewusstsein in unser Leben zu lassen. Gemeinsam mit einem offenen Herzen, ist es das, was uns stark und angstfrei macht, jeder Veränderung mit innerer Ruhe zu begegnen.

Sich dem Fluss des Lebens hingeben durch waches Bewusstsein und Liebe.

In Indien wird Kali, die Göttin des Todes und der Zerstörung verehrt. Sie ist die Mutter der Transformation, gebärt Neues und nimmt es wieder zurück. Sie macht den Weg frei zur Erkenntnis, indem sie die Illusion der Menschen tötet. So ist ganz klar, dass der Tod nicht nur für das Ende steht, sondern auch für das Leben und die Erneuerung. Das Loslassen bewusst in unser Leben zu integrieren, bringt uns dazu über uns hinaus zu wachsen, uns selbst zu überwinden.

Once you experience being at the center, you suddenly see the whole world changing.

Osho

Das Angesicht des Todes relativiert in jedem Moment unser Leben. Er macht das Leben wertvoll, aber zugleich die Inhalte, die unseren Verstand oft wochenlang beschäftigen, weniger bedeutend. Den Tod in das Leben zu integrieren – nicht nur um sich damit bewusst zumachen, dass das Leben begrenzt ist, sondern auch zu realisieren, dass der Wandel unser ständiger Begleiter ist, macht uns frei. Nur durch das Loslassen, können wir Platz schaffen, um das zu tun, was unser wahres Selbst nach außen bringt.

Was für die Raupe das Ende der Welt,
ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.

Laotse
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