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Eine Buchempfehlung für alle, die bereit sind: „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ von Elif Shafak

Ich habe gerade das Buch „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ von Elif Shafak zu Ende gelesen, das mir ein lieber Freund gerade zum richtigen Moment empfohlen hat. Es hat mich tief berührt und mir die Weisheit des Universums Stück für Stück näher gebracht. Nicht die Weisheit, im Sinne von intellektuellem Wissen, sondern jene Weisheit, die in jedem von uns liegt, die uns alle verbindet und die wir nur dann sehen, wenn wir dazu bereit sind.

„Liebe“ ist ein großes, ein beladenes Wort. Es gibt nicht die eine Begrifflichkeit. Jeder Mensch definiert sie für sich als etwas anderes. Oft wird sie auf die Beziehung zwischen Mann und Frau beschränkt – als die „große“ Liebe, von der alle jungen Mädchen träumen und der sie am Tage ihrer Hochzeit endlich entgegentreten.

Was aber ist die wahre Liebe? Wir sind alle von ihr durchdrungen und doch verschließen wir uns vor ihr, weil unser Verstand die trügerische Sicherheit und Beständigkeit bevorzugt. Weil sie in ihrer Hingebung und Unterwerfung schwach erscheint, auch wenn sie die geballte Kraft und Klarheit in sich trägt.

Das Buch handelt von Schams und Rumi. Als die beiden aufeinandertreffen werden tief-liebende Gefährten aus ihnen. Sie sperren sich 40 Tage in die Bibliothek ein und der Wanderderwisch Schams stellt das Leben des ehrwürdigen Gelehrten und Prediger Rumi auf den Kopf. Rumi lässt für Schams alles hinter sich – sein Ansehen, seine Familie, sein bisheriges Leben. Schams sieht in Rumi den großen Dichter, als er es selbst nicht ansatzweise geahnt hatte.

Als Rumi, Schams verliert erkennt er:

„Wenn man von einer so undurchdringlichen Dunkelheit umgeben ist, wenn man beide Augen vor der Welt verschlossen hat, dann öffnet sich im Herzen ein drittes Auge“.

Die Liebe bringt die Menschen dazu zum ersten Mal wahrhaft zu sehen. Nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen. Schams Liebe und deren Verlust bringt Rumi dazu von nun an alles mit liebenden Augen zu sehen. Es ist nun nicht die Liebe, die auf die beiden beschränkt ist, sondern es ist jene Liebe, die sich auf alles ausbreitet. Der Schmerz und der Verlust ist im großen Ganzen auch nur ein Weg zur Heilung.

Im letzten Absatz schreibt Elif Shakaf:

„Liebe kennt keine Bezeichnungen, keine Begriffe. Sie ist, was sie ist, rein und schlicht. Die Liebe ist das Wasser des Lebens. Und ein geliebter Mensch ist die eine Seele aus Feuer! Wenn das Feuer das Wasser liebt, dreht sich das Universum anders als zuvor.“

Unsere Gesellschaft hat die Liebe als Wert verraten. An ihre Stelle ist das Mehr-Haben-Wollen, der Schein und der Wettbewerb getreten. Und trotzdem weiß und sehe ich, dass die Liebe die Herzen wecken kann. Ein liebender Mensch – so wie Schams es war – stößt alle um sich an, rüttelt sie wach. Ob nun sanft oder harsch – wie es unser Verstand einzuteilen pflegt – in jedem Fall aber mit Liebe und der inneren Stimme folgend.

In dem Buch sagt Rumi über seine Gedichte:

„In Wahrheit, glaube ich, gehören diese Gedichte nicht mir. Ich bin nur ein Mittler für die Buchstaben, die mir in den Mund gelegt werden.“

Die Gedichte gehören uns allen, weil sie der universellen Weisheit entspringen. Es ist die Weiseheit nach der unsere Seele dürstet und der wir sehenden Herzens gewahr werden.

Lassen wir uns auf unseren Schams ein, er weist behutsam auf jene Dinge, die zwischen uns und der Liebe stehen.

I was him

I’ve become him

I’ve become without him

I’ve become just like him

for this

I am with no face anymore.

Rumi


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