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Was ist eigentlich los mit uns? Wir machen selbst Yoga zu einem leistungsorientierten Workout-Training. Diese wunderbare Wissenschaft, die Indien der Welt geschenkt hat, verwenden wir nicht, um tiefer zu gehen, sondern dazu, uns ein weiteres Mal vom Leben abzulenken und uns mit anderen zu messen.

“Calming the mind is yoga. Not just standing on the head.”

Swami Satchidananda

Ich bin dafür, dass sich jeder das vom Yoga nimmt, was er oder sie braucht. Es soll nicht dogmatisch sein. Leider denke ich, dass viele Menschen nur den Workout-Teil des Yoga kennen. Es geht aber weit über das körperliche hinaus. Es ist eine Lebenseinstellung, deren Verinnerlichung uns dazu führen kann, den Moment präsenter zu leben.

Yoga ist mehr als eine Abfolge von Asanas, um unsere Muskeln zu stärken. Es ist ein Werkzeug mit dem wir uns bewusster erleben können.

Bei einem längeren Indien-Aufenthalt bin ich in die indische Mystik und die spirituelle Welt eingetaucht. Yoga ist für mich seither ein wichtiges Mittel, immer wieder in Balance zu kommen.

Es ist eine philosophische Lehre, die uns mit unterschiedlichen Mitteln, das Eins-sein mit dem Universum, aufzeigt. Die Praxis soll die Balance, zwischen geistiger, körperlicher und spiritueller Ebene wieder herstellen. Dabei umfasst Yoga nicht nur die Asanas (Körperübungen), sondern auch Atemtechniken, das Singen von Mantren und die Meditation. Es hilft dabei die innere Ruhe, die innere Gelassenheit, auszuweiten.

Auf die Grundgedanken möchte ich hier kurz eingehen:

• Präsenz und das bewusste Sein:

Im Yoga geht es darum in den einzelnen Posen präsent und dir dessen bewusst zu sein was im Hier und Jetzt passiert. Yoga ist ein Werkzeug, welches uns helfen soll, uns in den gegenwärtigen Moment zu bringen. Es hilft, einfach zu sein, unabhängig von den Gefühlen oder Problem, die gerade da sind. Wir lernen uns nicht in Gedanken, die immer mit der Vergangenem oder der Zukunft zu tun haben, zu verlieren und konzentrieren uns darauf, was augenblicklich geschieht. Wenn du im gegenwärtigen Moment präsent bist, haben Ängste und Probleme nur sehr wenig Platz.

• Du bist gut so, wie du bist:

Obwohl einige Yoga-Arten sehr leistungsorientiert scheinen, geht es im Yoga ursprünglich darum, deinen Körper und deinen Geist so anzunehmen, wie sie sind. Wenn dir eine Pose nicht liegt, dann mach sie einfach nicht. Es geht darum der Praxis mit Offenheit und Neugierde zu begegnen. An jedem Tag verhält sich dein Körper anders. Blicke auf dich und deine momentane Situation mit Mitgefühl und Großzügigkeit. Wir lernen den inneren Kritiker in uns zu erkennen und verstehen, dass er in den meisten Fällen keine Berechtigung hat, sondern wir uns einfach daran gewöhnt haben. Es ist nicht notwendig perfekt zu leben, aber es macht uns zufriedener authentisch zu leben.

• Die Aufforderung, über sich selbst hinauszuwachsen:

Im Yoga geht es auch darum die eigne Körperbezogenheit zu überwinden. Die einzelnen Übungen holen uns in die Gegenwart. Persönliches Wachstum wird durch Herausforderungen – auch körperliche Herausforderungen – gefördert. Wir lernen, dass wir mehr, als nur unser physischer Körper sind, und wie wir ihn als Werkzeug nutzen können.

“Yoga is a method to come to a nondreaming mind. Yoga is the science to be in the here and now.”

Osho

Nach meiner Rückkehr aus Indien, hat es länger gedauert einen Yoga-Lehrer zu finden, der Yoga nicht nur als körperliches Workout lehrt. Auch wenn teilweise anderes behauptet wird – Getratsche zu Beginn, laute Pop-Musik und 2-Minuten Shavasanas – lassen es mich nicht ganz glauben.

So machen wir selbst das Yoga zur Flucht vor unserem Selbst. Wir nutzen es nicht, um aufzuwachen, sondern erlauben unserem Verstand in seinem gewohnten Schlafzustand zu bleiben.

Dieses wunderbare Tor zu uns selbst verstellen wir uns, mit Leistungsdruck, der uns ohnehin überallhin folgt. Wir wollen endlich den Kopfstand schaffen, eine bessere Haltung einnehmen als unser Nachbar und integrieren Yoga als weiteres To-Do in unseren vollen Terminkalendern.

Häufig sind alle unsere Sinne auf das Außen gerichtet, dabei verlieren wir die innere Balance. Das ist es was Yoga schaffen kann. Es richtet unsere Aufmerksamkeit, unsere Bewusstheit wieder nach Innen.

Yoga is the journey of the self, through the self, to the self

The Bhagavad Gita

Scientific Lense: Egal welches Yoga – es hat einen positiven Effekt

  • 90% der Studien die sich mit Yoga beschäftigen, zeigen einen positiven Effekt auf die Gesundheit unabhängig vom Yoga-Stil (Cramer et al. 2016,  Lauche et al. 2016)
  • Menschen sehen in der Regel einen positiven Zusammenhang zwischen ihrer Yoga-Praxis und ihrem emotionalen Wohlergehen bzw. ihrem Stresslevel und einem verbesserten Schlaf (Stussman et al. 2015)
  • Auch klinische Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang der Yoga Praxis und einer weniger stark ausgeprägten physiologischen Reaktion (entzündliche Reaktionen) auf Stress (Kiecolt-Glaser et al. 2010)
  • Nach einem 8-wöchigen Yoga-Programm zeigten ältere Erwachsene ein verbessertes Arbeitsgedächtnis, was darauf hinweist, dass sich Yoga auf die kognitiven Prozesse im Altersprozess positiv auswirkt.(Gothe et al- 2014).
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