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Erst wenn wir uns mit uns selbst zu versöhnen und ein gewisses Maß an innerer Balance und Klarheit erfahren, können wir uns wahrhaftig mit den Menschen um uns und den großen gesellschaftlichen Themen auseinander setzen. Deshalb bin ich für eine Gesellschaft, in der Achtsamkeit gelebt und gefördert wird. Nur durch eine Verschiebung zu mehr Bewusstheit, ist der Weg aus dem unbändigen Leistungsdruck hin zum natürlichen Selbst des Individuums möglich. Gesunde Individuen formen eine gesunde Gesellschaft, der Themen wie Klimaschutz, Freiheit und Ungerechtigkeit am Herzen liegen.

Wahre Nächstenliebe entspringt der Achtsamkeit – dem klaren Bewusstsein

Mit dem Reifen des eigenen Bewusstseins, wird das helfen, das teilen, das sich sozial engagieren immer natürlicher. Helfen, ist dann nichts, dass man macht, um von anderen geliebt zu werden oder weil man sich selbst gerne als helfender Mensch sehen oder darstellen möchte. Es passiert aus einem normalen inneren Reflex heraus, der der Liebe entspringt.

Nach meiner Internetrecherche weiß ich, dass sich dieses Gefühl, mit wissenschaftlichen Ergebnissen deckt. In einer Studie, die im September 2018 veröffentlich wurde, wird gezeigt, dass Achtsamkeit („mindfulness“) mit der Motivation zusammenhängt, Aktionen zu unterstützen oder zu tätigen, die den Klimaschutz fördern. Menschen, die achtsam leben, sehen die Wichtigkeit etwas gegen den Klimawandel zu tun eher und sie entfernen sich von fatalistischen Denkweisen.

“Love is not patronizing and charity isn’t about pity, it is about love. Charity and love are the same – with charity you give love, so don’t just give money but reach out your hand instead.”

Mother Teresa

In der Studie wird auch davon gesprochen, dass die Eindämmung der Effekte des Klimawandels auch einen kulturellen Wandel bedarf. Sie schreiben: “It is now clear that climate change and its devastating impacts cannot be resolved by new technology or governance alone. They require a broader, cultural shift.”

Sich selbst die Sauerstoffmaske anlegen

Es ist glasklar. Im Flugzeug muss ich zuerst selbst die Sauerstoff-Maske aufsetzen, bevor ich anderen helfen kann. Genauso führt der Weg über die bewusste Innenschau dazu, dass wir uns selbst so sehen, wie wir sind. Durch diese innere Klarheit, können wir auch der Welt mit mehr Klarheit begegnen.

Wenn es mir selbst nicht gut geht, erfordert es sehr viel Energie, positiv nach außen zu wirken. Ich bin mit Problemen und Gedankenschleifen beschäftigt. Muss vielleicht sogar eine Rolle spielen, die meinem Selbst nicht entspricht.

Der erste Schritt ist, es zuzugeben, dass es überhaupt Unzufriedenheit, Rastlosigkeit, Leistungsdruck usw. in mir gibt. Menschen tendieren jedoch dazu, vor diesem ehrlichen Blick zu flüchten oder bei einem genaueren Blick davonzulaufen. Sich in Ablenkung zu stürzen. Die Brille von Menschen, die ihr Leben nur mit einem eingeschränkten Bewusstsein führen, ist von Angst und Einengung beschmutzt. Sie muss erst grundgereinigt werden, um der Welt wieder klar und wach gegenüberzutreten.

Was bringt uns dazu, uns für Themen wie Klimawandel zu interessieren

Bis vor kurzem habe ich mich nur sehr wenig mit dem Thema Klimaerwärmung beschäftigt. Natürlich habe ich mich gefragt, warum ich nicht, so wie andere, mit vollem Herzen für das Wohlergehen der Welt und unserer Gesellschaft kämpfe. Ich hätte es zu einem früheren Zeitpunkt nicht wahrhaftig gekonnt. Es hätte nicht dem entsprochen, was zu dem Zeitpunkt wichtiger war – nämlich die Auseinandersetzung mit mir selbst.

Ich habe schon vor ein paar Jahren aufgehört viel Fleisch zu essen. Wenn ich ehrlich bin, haben vor allem egoistische Gründe dazu geführt – nämlich, weil ich bemerkt habe, wie müde es mich macht. Erst jetzt, beginne ich mich tiefer über die Folgen des weltweiten Fleischkonsums zu informieren.

Thousands of candles can be lit from a single candle, and the life of the candle will not be shortened. Happiness never decreases by being shared.

Buddha

Auch wenn man sich zeitweise im Leben nicht so sehr für das Umfeld interessiert oder sozial engagiert, wäre es falsch sich dafür zu verurteilen. Es ist nur wichtig zu erkennen, dass man selbst es in der Hand hat, etwas zu verändern. Dass man die Möglichkeit hat, ein insgesamt achtsameres, ein zufriedeneres Leben zu führen. Viele bleiben in ihrem Cocoon aus Sicherheit, weil der Weg der Wahrheit einen unsicheren Ausgang hat und zeitweise steinig ist.

Das Leben zeigt uns den Weg zu mehr Achtsamkeit

Aus meiner Erfahrung, weist uns das Leben aber immer wieder in diese Richtung. Nur wer sich immer wieder davor verschließt, wird so weit entfernt sein, dass die wärmende Kraft der Liebe unerreichbar scheint. Die Innenschau ist auf dem Weg zu mehr Achtsamkeit unumgänglich.

Wer in sich geht, sich kennenlernt und das tut was er oder sie gerne macht, wird zufrieden sein und diese Zufriedenheit auch teilen können. Auch wenn du dich verloren und ohne Plan fühlst. Es ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Weil du ehrlich mit dir selbst bist.

Lerne dich selbst kennen und tue was du gerne tust

Die Buddhistische Lehre nennt es „Right Livelihood“. Es bedeutet, dass man ein Leben führt, in dem man, mit dem was man gerne macht, Geld verdient und gleichzeitig die Gesellschaft weiterbringt (vieles zum Thema “Right Livelihood” findest du auf Elephant Journal).

Natürlich, gibt es zum Glück Menschen, die sich für unseren Planeten und unsere Gesellschaft engagieren und dies aus einer rationalen Entscheidung heraus und vielleicht aus einem gewünschten Selbstbild heraus tun. Das ist gut so und bringt uns als Gesellschaft weiter. Doch meine Hypothese ist es, dass der Effekt ein anderer ist, wenn die Handlungen dem klaren Bewusstsein entspringen.

Gesellschaftlicher Wandel kommt vom Individuum

Wenn uns unsere Nachfahren fragen, was wir gegen den Klimawandel getan habe, nur schweigend in eine andere Richtung blicken? Das will ich nicht. Ich bin all jenen dankbar, die sich für Minderheitenrechte, Umweltschutz, Freiheit, Gleichberechtigung einsetzen und dafür an vorderster Front und in vielen weniger lauten Einzelgesprächen kämpfen. Ab sofort will ich Teil davon sein.

“Be the change that you wish to see in the world.”

Mahatma Gandhi

Ich plädiere für eine gesunde Gesellschaft, die nicht vom Haben sondern vom Sein charakterisiert ist (Buchtipp: Haben oder Sein von Erich Fromm). Nur aus ihrem reinen Herzen entspringt der Wunsch zu Geben und Gutes zu tun. Das Individuum muss jedoch immer den Anfang machen. Nur so ist gesellschaftlicher Wandel möglich. So ist es auch nicht egoistisch, sich erstmal um seine eigenen Wunden zu kümmern und sich selbst zuerst die Sauerstoffmaske anzulegen.

The purpose of life is not to be happy. It is to be useful, to be honorable, to be compassionate, to have it make some difference that you have lived and lived well.”

 Ralph Waldo Emerson
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